„Wer seine Freiheit verschenkt, wird verächtlich“ mit diesem Zitat von Alexander Mitscherlich eröffnet Olaf Geramanis die Jubiläumsausgabe der Change Tagung. Alle zwei Jahre, nun zum 10. Mal, trifft sich die beratende und forschende Zunft in Basel, um sich mit der Veränderung der Veränderung zu beschäftigen. Die Change Tagung ist ein Ort, an dem man sich erlaubt, Dinge in der Tiefe zu durchdenken.
Das Motto der Tagung „Verspielte Freiheit in Organisationen, in Autonomie und Verantwortung Zukunft gestalten“ lädt ein es hin und her zu wenden und wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Die Change Tagung scheut sich nicht, grundsätzliche Fragen zu stellen. Die eröffnende Keynote von Ulrike Ackermann wirft einen Blick auf die politische Großwetterlage und Mathias Binswanger erörtert das ambivalente Verhältnis von Freiheit und Kapitalismus. Warum halten wir an Systemen fest, die uns nicht glücklich machen? Was verlieren wir, wenn wir die Spielregeln nicht ändern?
Es ist eine Freude in der Universität zu sein. Prof. Dr. Peter G. Kirchschlaeger leitet für uns her, warum Ethik kein nice to have oder moralisches Bauchgefühl ist sondern die Grundvoraussetzung für unser Rechtssystem – genauso wie die Freiheit eine Grundbedingung des Menschseins ist. Prof. Dr. Michael Festl zeigt uns auf, dass die Philosophie der Arbeit schon immer ein Denken über das Leiden war - und mir scheint in vielen Diskussionen durch, dass wir uns viel zu sehr damit abgefunden haben.
Zusammen mit Sara Willms und Johann Weichbrodt bringen wir eine ganz praktische Perspektive in die Diskussion ein. Wir können uns ungeahnte Freiheiten erspielen, wenn wir Organisationen als Orte der Entwicklung sehen. Im praktischen Erkunden mit dem #Immunity-to-Change Ansatz wird erfahrbar, was für Menschen und Organisationen möglich wird, wenn wir das Immunsystem gegen Veränderung erkennen und überwinden lernen. Wie verbindend kann es sein, welche Fähigkeiten werden geweckt, wieviel innovativer werden Unternehmen, wenn wir uns in Organisationen gemeinsam entwickeln!
Stefan Hutmacher bringt es auf den Punkt: Wahrscheinlich sind es die ganz einfachen Dinge, die so schwierig sind. Sich in Würde begegnen ohne den anderen den Wert abzusprechen.
Ich ergänze: zusammen lernen, noch nicht wissen müssen und gemeinsam entwickeln.
Freiheit ist Beziehung. Wir gestalten sie gemeinsam - sagte Olaf zu Beginn der Tagung. Mein wichtigstes Fazit aus der Change Tagung: Ich setze auf den Menschen! Bei all den Schwierigkeiten, die uns die Systeme bereiten, die wir erschaffen haben, bei allen Schwierigkeiten, die wir uns bereiten: ich setze auf den Menschen. Die Gespräche die ich an diesen Tagen hatte und die Begegnungen geben mir das gute Gefühl dabei im Recht zu sein.