Artikel: Sind wir immun?

Sind wir immun gegen Veränderung?

Veränderung ist manchmal schwer. Wie viele Vorhaben vom Jahresanfang erleben den 1. Februar? Wie viele Veränderungsprojekte in Organisationen scheitern? Wer sich mit Veränderungsvorhaben beschäftigt, kennt die gängigen Kriterien, die es für erfolgreiche Veränderung braucht. Das Thema muss dringlich sein, die Umsetzung im Was und Wie konkret beschrieben, das Ziel attraktiv und am besten messbar, objektiv überprüfbar. Doch ist es so, dass Veränderung dann sicher gelingt?

Nur jeder siebten Person gelingt nach einer Herzoperation die Veränderung des Lebensstils. Sei es die gesunde Ernährung, Schluss zu machen mit Nikotin oder mehr Bewegung ins Leben zu bringen. Mangelnde Dringlichkeit? Es geht ums eigene Überleben! Selbst wenn die Umsetzung klar ausbuchstabiert wird und auch Unterstützung angeboten ist: Veränderung ist oft schwer.

Oft wissen wir, was zu tun ist, wir wissen auch, wie wir es tun sollten und warum. Oft sind es sogar gerade die Themen, bei denen uns klar ist, dass sie wirklich wichtig sind! Doch wie von Geisterhand schiebt sich etwas dazwischen, das Thema rutscht von der Agenda und nach einiger Zeit stellen wir fest: Wir sind mit bester, ehrlicher Absicht gestartet und doch nicht weit gekommen. Als hätten wir einen Fuß auf dem Gas, doch ein anderer Fuß ist auf der Bremse.

Als hätten wir einen Fuß auf dem Gas, doch ein anderer Fuß ist auf der Bremse.

Kennen Sie das? Dann geht es Ihnen wie sehr vielen anderen Menschen. Manchmal geht es einen Schritt voran – doch nach einiger Zeit finden wir uns zurück am Anfang. Auch wenn wir andere Veränderungen in unserem Leben durchführen können – bei manchen Themen stecken wir fest. Die Veränderung ist uns wichtig, doch der gewünschte Fortschritt stellt sich nicht ein. Als wären unsichtbare Kräfte am Werk.

Die Harvard Professoren Robert Kegan und Lisa Lahey sagen, dass wir ein Immunsystem gegen Veränderung haben. Ein psychisches Immunsystem, das genau wie unser physisches Immunsystem im Verborgenen arbeitet, ohne das wir es bemerken. So wie das physische Immunsystem uns vor Krankheiten schützt, hält uns das psychische Immunsystem von mancher Veränderung fern. Es arbeitet unerkannt und widersetzt sich unseren Vorhaben und Wünschen. Wir wollen unsere Vorhaben erreichen – doch unbewusst wirkt gleichzeitig eine Kraft und hält uns davon ab, unser Ziel zu erreichen.

Offenbar haben wir ein psychisches Immunsystem, das uns von bestimmten Veränderungen abhält.

Die Erkenntnis von Kegan und Lahey bietet einen neuen Ansatz und hilft Veränderung umfassender zu verstehen. Sie haben eine theoretisch fundierte, ganz praktische Herangehensweise entwickelt. Damit können wir unser Immunsystem gegen Veränderung, die Immunity to Change, erkennen und neu justieren. Wir können lernen, unser Immunsystem zu steuern – anstatt uns von unserem Immunsystem steuern zu lassen.

Die meisten Ansätze gehen vorwiegend technisch an Veränderung heran. Wir haben ein Vorhaben, formulieren ein Ziel, machen ein Plan und setzen diesen um. Nach diesem Verständnis wird das Scheitern von Veränderung entweder durch äußere Umstände oder den Mangel an Willen erklärt. Mit dem Immunity to Change™ Ansatz verstehen wir uns besser. Wir entwerfen ein klares Bild davon, wie wir uns selber die Veränderung schwer machen. Wir erkennen, welche unentdeckten Absichten in unserer Brust schlummern. Wir identifizieren die Annahmen dahinter und können diese Annahmen überprüfen, jetzt, wo sie uns bewusst sind. Mit der Entdeckung des Immunsystems gegen Veränderung können wir lernen umzulernen. Wir können die Entwicklung voranbringen, die uns zu unseren Zielen führen wird.

Wir können lernen, unser Immunsystem zu steuern – anstatt uns von unserem Immunsystem steuern zu lassen.

Es war kein Zufall, dass Robert Kegan und Lisa Lahey das psychische Immunsystem entdeckt haben. Robert Kegan ist der Begründer der konstruktivistischen Entwicklungstheorie. Diese Theorie beschreibt, wie wir uns im Erwachsenenalter entwickeln. Er integrierte verschiedene klassische psychologische Sichtweisen und beschrieb, dass wir als Erwachsene nicht einfach ‚fertig’ sind, sondern immer weiter lernen und über uns hinauswachsen können. Der Immunity to Change™ Ansatz ist die Antwort auf die Frage, wie wir uns als Erwachsene weiter entwickeln können. Hinter der praktischen Methode steckt ein umfassendes Verständnis von menschlicher Entwicklung. Wenn wir unser Immunsystem gegen Veränderung entdecken, arbeiten wir nicht ‚nur‘ daran, dass wir unser Ziel erreichen. Wir lernen uns besser kennen, erhalten ein komplexeres Verständnis von Veränderung – und machen Fortschritt in unserer Entwicklung.

Die Immunity to Change™ Methodik ist logisch verständlich und vielfach erprobt. Sie eignet sich für die persönliche und professionelle Entwicklung sowohl bei einzelnen Personen als auch in Teams und ganzen Organisationen. Wir bei willms.partner arbeiten mit dem Verfahren seit 2013 und bilden andere Coaches darin aus.

Wie können wir helfen?

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9. April 2024

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